So wie die Auswirkungen der Klimakrise, die ich im letzten Beitrag behandelt habe, in Teilen bereits jetzt spürbar sind, ist auch das Thema dieses Beitrags keine reine Zukunftsmusik. Genau genommen ist der Krieg sogar älter als der Kapitalismus selbst. In der heutigen Zeit lässt sich allerdings sagen, dass die beiden fest miteinander verzahnt sind.
Simpel heruntergebrochen erzeugt ein System, das unterschiedliche Nationalstaaten in dauerhafte Konkurrenz zueinander setzt, zwangsläufig Konflikte, die sich unter bestimmten Rahmenbedingungen gewaltsam entladen. Das können wir auf der Welt tagein, tagaus beobachten. So weit, so normal also. Etwas anders sieht das aus, wenn die globale Wirtschaftsordnung ins Wanken gerät. Dann klopft der sogenannte Weltkrieg an die Tür – und ich glaube, ich habe eben etwas gehört.
Jetzt ist es natürlich nicht so, dass es für den Einzelnen einen Unterschied machen würde, an wie vielen Frontlinien außer der, an der er sein Leben lässt, noch gestorben wird; ganz objektiv potenziert ein Weltkrieg das globale Leid jedoch innerhalb kürzester Zeit massiv und stellt damit eine Katastrophe gewaltigen Ausmaßes dar. Noch dazu zeigt sich am Weltkriegsszenario, dass die Vorstellung, es träfe immer nur die anderen, im Kern doch eher eine naive ist. Der Zweite Weltkrieg wird nicht der letzte bleiben, so nicht – na ja – der Systemwechsel dazwischenkommt.
Krieg ist im Kapitalismus unvermeidlich, da der Kampf selbst dann tobt, wenn er nicht offen militärisch ausgetragen wird. Er ist logische Konsequenz und damit auch nicht auf die Niedertracht einzelner machthungriger, gieriger oder wahnsinniger Staatsoberhäupter zurückzuführen, wie bürgerliche Medien es gern darstellen. Es gibt kein Gut, es gibt kein Böse, nur widerstrebende Interessen, zu deren Durchsetzung das Volk herhalten muss. Auf beiden Seiten. Und wer seinen Staatsvertretern das Narrativ vom bösartigen Feind abkauft, macht sich bereitwillig zum Menschenmaterial seines Unterdrückungsapparats.
An dieser Stelle sei auch zu erwähnen, dass die von der wiedererstarkenden Rechten kommenden Friedensforderungen alles sind, nur kein Pazifismus. Die AfD beispielsweise hat kein Problem mit Krieg. Sie ist derzeit bloß der Ansicht, dass speziell der Krieg gegen Russland nicht im Interesse Deutschlands wäre. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass eine andere Ausgangssituation eine Kriegsbeteiligung auch für sie ganz schnell als „leider alternativlos“ erscheinen lassen könnte.
Kommen wir zurück in die Gegenwart. Europa steckt mitten in der Kriegsvorbereitung. Das lässt sich auch in Deutschland nicht übersehen. Die Propagandamaschinerie läuft, die Aufrüstung kurbelt vorerst die angeschlagene Wirtschaft an. Der im Volk schlummernde Nationalismus wird beschworen, die Jugend sachte eingestimmt und das Feindbild tagtäglich durch weitere Facetten ergänzt. Wohlgemerkt alles im Sinne der Abschreckung und Verteidigung.
Natürlich kann man das kleinreden, ignorieren oder – gar nicht so unbeliebt, wie man meinen möchte – ganz im Sinne des Staates abnicken. All das ändert nichts an den Begebenheiten. Der Krieg kommt. Ein ums andere Mal. Und die einzig konsequente Form von Pazifismus heißt Antikapitalismus.








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